Tag 2 - Sony Center

Es ist Abend in Berlin, die Klasse ganz wild drauf, aus der Politik rauszukommen, sich in Gruppen aufzulösen, 'n Happen zu pappen :] und Geschäfte und Sehenswürdigkeiten unsicher zu machen, endlich ein bisschen Atmosphäre in Nase und Hirn zu kriegen. Großstadtatmosphäre. Bis zur G.'schen Sperrfrist bleiben noch knappe vier Stunden. Wir sind sieben - die böse Zahl - und es regnet. Auf dem Weg zum Sony Center schimmern die Holocaust-Stelen an uns vorbei, die irgendwie nur durch Fernsehkameras aussehen wie ein wellenwehendes Feld, vom Boden (der Tatsachen) aus jedoch eher wie verschieden große Legosteine nach einem Turmeinsturz. Doch wegen des Regens werd ich da nicht reinkommen (nur mal durchlaufen und mit Augen zu versuchen, was zu spüren), bringt ja auch nix. Blödes Wetter.

Im Sony Center ist es schwer, die peinlichen Streitereien um McDonalds oder hierbleiben, hinsetzen oder Essen zum Mitnehmen, Bäcker oder Restaurant, draußen oder drinnen sitzen zu ignorieren, aber es ist leicht, kühl und neutral zu bleiben und das Ganze schließlich so hinzubiegen, dass man wenigstens selbst zufrieden ist.

Ein Rauschen unterm Fujiama, sphärische Klänge, Lichter, Helle, herübergeworfen vom riesigen Plasmabildschirm, vorbeirasende, unsichtbare Feuerwehrsirenen, die sich verdichten, in die Bergbuchten einfallen wie Fliegen und dann den Ausgang nicht mehr finden, innen die Wände und Mägen zum Flimmern bringen.


gut getroffen, Herr Jahn!


und das ist meine Anti-Tourismus-Wetter-Version

30.9.07 18:02

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